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Kirchhofsburg Bad Laer© Tourismusverband Osnabrücker Land e.V.

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Wir freuen uns, dass Sie im Internet den Weg zu uns gefunden haben. Gerne informieren wir Sie über die Aktivitäten des Heimatbundes Osnabrücker Land (HBOL) und die Heimatpflege im Landkreis Osnabrück.

Haus Wibbelsmann als lebendiger Treffpunkt für Geschichte und Zukunft

50. Kreisheimattag des Heimatbundes Osnabrücker Land in Glandorf

GLANDORF (jk). Strahlender Sonnenschein, stahlblauer Himmel und frühlingshafte Temperaturen: Der Heimatbund Osnabrücker Land e.V. (HBOL) hatte Petrus auf seiner Seite, als er seinen 50. Kreisheimattag in Glandorf ausrichtete. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben einer Führung durch den Ort und einer Besichtigung des vom Heimat- und Verkehrsverein Kultour-Gut! Glandorf grundlegend renovierten Hauses Wibbelsmann die traditionelle Mitgliederversammlung, zu der  HBOL-Vorsitzender Jürgen-Eberhard Niewedde zahlreiche Gäste willkommen hieß, darunter die Landrätin des Landkreises Osnabrück, Anna Kebschull, den Bürgermeister der Gemeinde Glandorf, Torsten Dimek, sowie Jonas Pohlmann als Mitglied des Niedersächsischen Landtages.

 

„Glandorf ist zum dritten Mal Gastgeberort unserer Veranstaltung – wie schon vor 40 Jahren oder aber auch 2011, dem Vorjahr des 200. Geburtstages von Ludwig Windthorst“, stellte der HBOL-Vorsitzende in seiner Ansprache fest. In den vergangenen 15 Jahren habe sich in der Südkreisgemeinde einiges getan, „auch Dank des rührigen Heimat- und Verkehrsvereins Kultour-Gut! Glandorf“. Habe der Heimatbund im Jahre 2011 in der Ludwig-Windthorst-Schule getagt, „so bietet uns heute das jüngste Großprojekt des Vereins eine vorübergehende Heimstatt: das Haus Wibbelsmann“. Jürgen-Eberhard Niewedde dankte in diesem Zusammenhang dem Vorsitzenden des Kultour-Gut!, Karl-Heinz Krützkamp, für die freundliche Aufnahme. In seinen Dank schloss der Redner Frank Niermann für die informative Ortsführung und Dieter Heimsath als ausgewiesenen Experten für die Vorstellung des digitalen Archivs ein.

 

Das Haus Wibbelsmann habe sich als lebendiger Treffpunkt in der Region etabliert und verbinde auf besondere Weise die Pflege von Geschichte mit der Gestaltung der Zukunft, hob Landrätin Anna Kebschull hervor. Mit großem Engagement und viel Herzblut trügen zahlreiche Ehrenamtliche dazu bei, diesen Ort mit Leben zu füllen. „Das Haus Wibbelsmann ist weit mehr als ein Ort der Begegnung – es ist ein lebendiger Treffpunkt, der unsere Geschichte bewahrt und zugleich Impulse für die Zukunft setzt“, betonte die Landrätin. „Es lebt von den Menschen, die sich mit großem Engagement und spürbarer Leidenschaft für ihre Heimat einsetzen.“

 

Zugleich unterstrich Anna Kebschull die Bedeutung einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung der Heimatarbeit. „Es ist wichtig, die Heimatarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln und in eine positive Zukunft zu führen“, so die Landrätin. „Dazu gehört, sich der eigenen Wurzeln, Werte und Traditionen bewusst zu sein und diese zugleich offen und zeitgemäß neu zu denken.“

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Einbindung jüngerer Generationen. „Nur wenn es gelingt, auch junge Menschen für die Mitarbeit in den Heimatvereinen zu gewinnen, bleibt unsere Heimat lebendig und vielfältig“, meinte die Landrätin. „Das Haus Wibbelsmann zeigt eindrucksvoll, wie dies gelingen kann – als Ort der Begegnung, der verbindet, inspiriert und gemeinsam gestaltet wird.“

„Es gibt Orte, an denen man sich wohlfühlt. Glandorf ist solch ein Ort“, erklärte der Landtagsabgeordnete Jonas Pohlmann, der sein Grußwort unter den Leitgedanken „Zukunft braucht Herkunft“ stellte. Mit dem Haus Wibbelsmann werde dieser Wohlfühl-Faktor unterstrichen – dank des Heimat- und Verkehrsvereins  Kultour-Gut! Glandorf. Die Renovierung und Ausstattung des ortsbildprägenden Gebäudes hätten gezeigt: „Alle Mitglieder des Vereins sind gut verzahnt und eng vernetzt – und das ist das wahre Erfolgsrezept für eine erfolgreiche Arbeit.“

„Es ist eine Freude und Ehre zugleich, Sie bei uns begrüßen zu dürfen“, sagte Bürgermeister Torsten Dimek. Dass der 50. Jahrestag des Kreisheimattages in Glandorf ausgerichtet werde, erfreue ihn persönlich mit Freude und Stolz. Dass der Heimatbund Osnabrücker Land das Haus Wibbelsmann als Veranstaltungsort für die Mitgliederversammlung auserkoren habe, wertete Torsten Diemek als Zeichen der Wertschätzung der Heimatarbeit vor Ort – „hat doch Heimat- und Verkehrsverein Kultour-Gut! Glandorf mit der Sanierung dieses historischen Gebäudes etwas Großartiges geschaffen“.

 

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Kultour-Gut!, Karl-Heinz Krützkamp. „Wir sind stolz darauf, dieses Gebäude zu haben. Wir wertschätzen die Kultur und versuchen, das Ganze an diesem Ort aufzuarbeiten.“

 

Der Vorsitzende des Kreisheimatbundes Bersenbrück e.V. (KHBB), Franz Buitmann, stellte in seinem Grußwort die langjährige und lebendige Tradition heraus, „dass sich beide Heimatbünde gegenseitig besuchen“ und damit den Austausch sowie die Verbundenheit zwischen den Regionen pflegen. Gerade in einer Zeit, in der ehrenamtliches Engagement von großer Bedeutung sei, stelle diese gelebte Partnerschaft ein wertvolles Zeichen der Zusammenarbeit dar. Anlässlich des 50. HBOL-Kreisheimattages sei er daher mit besonderer Freude nach Glandorf gekommen, um persönlich seine Glückwünsche zu diesem bedeutenden Jubiläum zu überbringen und zugleich die erfolgreiche Zusammenarbeit sowie das kontinuierliche Wirken beider Heimatbunde zu würdigen.

 

Im Rückblick auf das Jahr 2025 verwies der Vorsitzende Jürgen-Eberhard Niewedde darauf, dass die zentralen Inhalte bereits in der kürzlich erschienenen Informationsbroschüre „tohaupe“ dargestellt wurden. Dazu zählen unter anderem die Verleihung des Wilhelm-Fredemann-Gedächtnispreises an Hermann Peistrup aus Belm, der Besuch des niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, in Venne anlässlich der Sonderausstellung „Jung im Dorf“, der Kreisheimattag in Bad Essen sowie die Beteiligung am „Tag des offenen Denkmals“ in Bersenbrück. Ebenso hatte Niewedde in der Broschüre die Präsentation des Heimatjahrbuchs Osnabrücker Land 2026 im Heimathaus Hollager Hof sowie die Mitwirkung an Veranstaltungen und Sitzungen des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e. V. und der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück hervorgehoben.

„Das Jahr 2025 war leider stärker vom Verwalten als vom Gestalten geprägt. Dennoch sind wir unseren Aufgaben, Pflichten und Rechten in vollem Umfang nachgekommen“, bilanzierte Niewedde. Zugleich benannte er eine zentrale Herausforderung: „Nicht gelungen ist uns im Berichtszeitraum die Revitalisierung des organisierten Wanderns im Osnabrücker Land. Wir werden dieses Thema weiter verfolgen und freuen uns über Hinweise, Ideen und Initiativen, die dazu beitragen, das organisierte Wandern wiederzubeleben.“

Ulrich Wienke, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer des Heimatbundes, teilte den Anwesenden mit, dass das 2019 auf den Weg gebrachte Projekt „Netzwerk digitales Archiv“ weiter an Fahrt aufnehme. Als erfreulich wertete der Redner die Tatsache, dass immer mehr Mitgliedsvereine Interesse bekundeten, in den Archivverbund einzutreten. Für Ulrich Wienke stand fest: „Wir haben in diesem Bereich noch viel Arbeit vor uns – aber es macht Spaß.“

 

Im Namen von PLATTFOSS, dem Plattdeutschen Förderkreis, ergriff Vorstandsmitglied Frank Niermann das Wort. „Das Ziel von Heimatbund und PLATTFOSS ist es, die plattdeutsche Sprache zu bewahren und in die Zukunft zu führen“, sagte er. Um das Plattdeutsche für die Nachwelt zu konservieren, seien landkreisweit in verschiedenen Orten Interviews mit „Plattkürern“ durchgeführt und aufgezeichnet worden. Besonders erfreut zeigte sich der Sprecher des PLATTFOSS darüber, dass im Osnabrücker Land nach wie vor viele plattdeutsche Theatergruppen existierten, denen erfreulicherweise auch zahlreiche junge Akteure angehörten. So werde auch auf diese Weise ein Beitrag zum Erhalt des Plattdeutschen geleistet.

 

Vorstandsmitglied Lothar Schmalen – zugleich Mitglied der Jahrbuch-Redaktion – informierte über den aktuellen Sachstand zum Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2027. Für den Themenschwerpunkt „Frauen in Geschichte und Gegenwart“ seien bereits 14 Abhandlungen angekündigt worden. Insgesamt werde der neue Sammelband rund 40 Einzelbeiträge zu Themenfeldern wie „Geschichte“, „Archäologie“, „Denkmalpflege“ sowie „Natur und Umwelt“ umfassen – und zwar auf voraussichtlich gut 300 Seiten. Besonderes Novum: Die Rubrik „Landkreis aktuell“ mit informativen Texten aus den Mitgliedskommunen. Auch das neue Heimatjahrbuch, so Lothar Schmalen abschließend, werde 14,90 Euro kosten.

 

In Vertretung für die an der Teilnahme verhinderte Schatzmeisterin Marlies Albers legte Vorstandsmitglied Rolf Lange den Kassenbericht vor. Die von Kassenprüfer Stefan Gutendorf beantragte Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig.

 

Dem Leitungsgremium des Verbandes gehören folgende Persönlichkeiten an: Vorsitzender: Jürgen-Eberhard Niewedde, Ostercappeln-Venne; stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer: Ulrich Wienke, Bissendorf-Grambergen; Schatzmeisterin: Marlies Albers, Wallenhorst; Beistizer: Ulrike Bösemann, Melle-Mitte, Jürgen Krämer, Melle-Buer, Rolf Lange, Bad Essen-Brockhausen, Frank Niermann, Glandorf, Hartmut Nümann, Dissen-Erpen, Lothar Schmalen, Bad Iburg-Glane, und Barbara Schmitter Georgsmarienhütte-Kloster Oesede.

 

Im Anschluss an die Regularien hielt  der Historiker, Archivar, Histovar und Freund des Osnabrücker Landes, Dr. Rolf Westheider, einen vielbeachteten Vortrag zum Thema „Grenzgeschichte(n) aus dem südlichen Osnabrücker Land“ und erhielt dafür viel Beifall.

Heimatjahrbuch

Das Heimatjahrbuch enthält Beiträge zur Volkskunde, Archäologie, Kunst- und Denkmalpflege, Geschichte, Natur- und Umwelt sowie Erzählungen und Gedichte über das Osnabrücker Land. Es wird seit 1974 jährlich gemeinsam vom Kreisheimatbund Bersenbrück und vom Heimatbund Osnabrücker Land herausgegeben. Finanzielle Förderung erhalten die Herausgeber dabei vom Landkreis Osnabrück.

NEU: Seit dem Jahrgang 2025 sind auch die einzelnen Beiträge als PDF zu erwerben. Unter dem Reiter "Literatur" können Sie diese PDF über das Anfrageformular bestellen.